Meine persönliche Bike-Geschichte
oder wie die Idee für Biken mit Kids geboren wurde

Biken mit Kinderanhänger

Es hat sich viel verändert. Ich erinnere mich noch an die ersten Radtouren mit meinen Eltern Ende der 70ér. Schöne Erinnerungen, vielleicht die frühe Prägung für meine Zweirad-Begeisterung. Auf das goldene Sport-Rad meines Vaters wurde auf der Stange eine Metall-Sitzschale montiert. An die Gabel kamen zwei klappbare Fußrasten. Helme gab es noch nicht. Aus heutiger Sicht sicherheitstechnisch irgendwie schwer vor zu stellen. Aber es hat funktioniert, wir waren unterwegs und hatten Spaß.
Generell hat sich viel verändert. Damals machte man eine Radeltour und ging nicht mit den Kids zum Biken, es gab Fahrräder und keine Bikes und man musste sich noch nicht zwischen Unmengen an Fahrrad-Kategorien entscheiden.

Heute gibt es eine riesige Auswahl an Material für nahezu alle Disziplinen und zum Glück auch eine Menge sicherer Alternativen bergtauglicher Kinder Anhänger. Dem Familien-Bergspaß steht also, bis auf den Berg selbst, nichts mehr im Weg.

Unterwegs mit dem Weehoo
Erste Biken mit Kids Tour auf die Frasdorfer Hütte

Unsere ersten Erfahrungen mit dem Kinderanhänger

Wir hatten unseren ersten Anhänger (Chariot) genau genommen schon vor dem ersten Kind. Das lag aber nicht an unserem Shopping-Eifer sondern daran, dass wir viele Freunde mit älteren Kindern haben, welche ihr Material bereits weiterverkauften. Genau diese Freunde lebten uns auch vor, dass Kinder längst kein Grund sind um auf das Fahrrad zu verzichten.

Und so machten wir die ersten Berg-Ausfahrten mit unserem gut 6 Monate alten Sohn, schön verpackt in der Weber Baby-Hängematte im Chariot. Die Frasdorfer Hütte war unser erstes Ziel. Ich erinnere mich noch an die Erfahrung, dass man auch ein leichtes Kind in den Beinen spürt. Es war aber bei weitem nicht so schlimm wie ich mir dachte. Ludwig liebte das Fahren im Hänger schon als Baby. Und so machten wir tolle Touren auf diverse Berge im Chiemgau. Unser Favorit war die mittlerweile leider geschlossene Riesenhütte. ( ca. 900 hm) Dort hatten wir auch schon einen eigenen Kinderstuhl und die Wirtin fütterte Ludwig immer mit Nudeln, Spätzle und Brot aus der Küche.

Der Knirps wurde größer und hatte auch immer mehr Spaß an ruppigerem Gelände. So kauften wir den ersten Singletrailer. Ein Anhänger mit nur einem Rad und 200 mm Federweg. Plötzlich konnten wir echte Single Trails fahren und hatten einen riesen Spaß. Ein nettes Erlebnis hatte ich einmal im Bikepark Samerberg. Ich bin die letzte Sektion im Park mit Ludwig im Hänger gefahren. Natürlich langsam und vorsichtig. Trotzdem erntete ich am Parkplatz von drei Müttern böse Blicke. „Was macht der mit dem armen Kind!“ Als wir an den dumm klotzenden Frauen vorbei fuhren, brüllte Ludwig aus dem Anhänger: „Papi Nochmal!“ Das sind die Erlebnisse die einen Vater stolz machen. :-)

Zwei Kinder am Berg – Eine neue Herausforderung

Dann kam das zweite Kind und wir überlegten wie wir nun den Transport der Kinder managen. Wir entschieden uns gegen einen zweisitzigen Anhänger. Jeder im Freundeskreis der einen hatte, bestätigte uns, dass man mit so einem Klotz nicht mehr freiwillig auf den Berg fährt. Für mich war eher die Breite des Gefährts ein Grund der Entscheidung, lieber auf zwei Anhänger zu gehen. Da meine Frau ja auch begeistert Mountainbike fährt, war das ja auch OK. Fortan zog also jeder seinen eigenen Anhänger.

Als Ludwig 3 wurde, wollte er irgendwie aktiver mitmachen. Ich habe dann durch Zufall den Weehoo gesehen. Eine Mischung aus Liegerad und Anhänger. Simpel, preiswert und witzig. Ludwig liebt den Anhänger. Vorteil ist hier für die Kinder, dass sie aktiv mittreten können. Trotzdem fallen sie nicht vom Bike wenn sie einschlafen, da sie mit Hostenträgergurten stabil im Sitz verankert sind. Die kleine Laia packen wir seit sie stabil sitzen kann in den Singel Trailer. Hier montierten wir ebenfalls am Anfang die Weber Babyhängematte. Dank der Federung fliegt der Trailer förmlich über die Strecken.

Ja, und so treten und rollen wir gemeinsam nahezu jedes Wochenende und verbringen sportlich unsere wertvolle Familienzeit. Wenn es einmal regnet und wir nicht unterwegs sind, liegt uns der Große schon nach wenigen Tagen in den Ohren dass er wieder auf einen Berg will.

Wir können nicht von anderen Kindern sprechen, aber unsere beiden Kleinen lieben es unterwegs zu sein, neue Orte zu erkunden, die Natur und die Berge zu erleben. Ich denke wichtig ist es zu verstehen dass man seine Touren anders planen und angehen muss als viele das vorher taten. Der Weg ist das Ziel und diesen sollte man auch mit allen Sinnen seinen Kindern schmackhaft machen. Kühe streicheln, Salamander anschauen, Füße in den Bach stecken, Heuschrecken fangen, Bienen beobachten usw. Höhenmeter und Gipfeltrophäen sind nun Nebensache.

Natürlich wollen Kinder auch nicht stundenlang in den Hängern sitzen. Streckenabschnitte bis zu 1 Stunde sind bei unseren Kindern aber kein Problem und die Berge bieten nun ja mal wirklich eine Menge Rahmenprogramm.

Wer also nicht eh schon unterwegs ist, nur Mut, versucht es, nehmt Euch kleine Strecken vor und gestaltet die Tour zu einem Kinder-Erlebnis. Das faszinierende dabei ist, dass auch Ihr als Eltern viele Dinge intensiver erleben werdet als zuvor.

Mit zwei Kinderanhängern am Berg

So kam es zu Biken mit Kids

Aufgrund der Tatsache, dass man beim Mountainbiken mit Kindern und beim Fahren mit Kinder Anhänger, andere Ansprüche an Streckenlänge, Höhenmeter und Wegbeschaffenheit stellen muss, als bei „normalen“ MTB-Touren, waren wir oft stundenlang auf der Suche nach geeigneten GPS Tracks. Leider bringen diese normalen MTB-Tracks immer das Risiko mit sich, dass Passagen mit den Trailern nicht fahrbar sind. Problematisch sind eigentlich immer drei Faktoren.

Strecken sind zu steil und die Auffahrt mit Hänger ist kaum möglich

Wegbeschaffenheit ist nicht geeignet. Zu viele ausgesetzte Wurzeln und lockere Steine schütteln die Kinder zu sehr und mangelnde Traktion macht das Ziehen der Anhänger zu einer Herausforderung

Die Trails sind zu eng oder zu stark ausgewaschen und der Anhänger passt nicht durch. Dies ist gerade bei Zweirad-Anhängern häufig der fall.

Leider gibt es hierfür in den seltensten Fällen Beschreibungen in den GPS-Touren die auf das Fahren mit Kinder-Anhänger eingehen. Als wir wieder einmal zu zweit den Anhänger tragen mussten, da sich der Weg in einen so stark ausgewaschenen Hohlweg verwandelte, dass der SingleTrailer links und rechts mit dem Rahmen stecken blieb, kam irgendwie die Frage auf, ob es nicht irgendwo GPS-Touren speziell für Kinderanhänger-Touren gibt. Wir haben für unsere Region bis heute nichts gefunden. Daher nun diese Website.

Als wir überlegten wie wir die Tourenbewertung aufbauen könnten, haben wir auch gleich noch beschlossen, die Strecken hinsichtlich der Tauglichkeit für die kleinsten Selbst-Radler zu beschreiben.
Da unser Sohnemann seit ein paar Wochen auch mit seinem 14 Zoll Bike die Gegend unsicher macht, können wir nun mit ruhigem Gewissen auch diese Bewertungen kindgerecht einfließen lassen.

Unsere Vision : Sportliche Familien MTB-Touren mit Spaß-Garantie

Unser Ziel ist es, allen Eltern und fitten Großeltern, die Spaß am Mountainbiken oder am Fahrradfahren mit Kindern haben, eine Auswahl an anhängertauglichen Touren zu bieten, die ohne negative Überraschungen zu einem gelungenen, sportlichen Familienausflug werden.

Diese Seite steht ganz an Anfang und wetterbedingt konnten wir dieses Jahr auch noch nicht so viele Touren fahren wie ursprünglich geplant. Doch das Angebot an Touren wird stetig wachsen. Auch werden wir über Technik, Pimps, Hacks und sonstige Erfahrungen und Erlebnisse berichten.  Gerne veröffentlichen wir auch Eure Touren und Geschichten.  Nehmt hierzu einfach KONTAKT mit uns auf, kommentiert unsere Touren und helft uns anderen Eltern eine Auswahl der besten Touren zu bieten.

Danke und viel Spaß beim Biken mit Kindern.

Biken mit Kids
Thomas